Durak (russisch für „Dummkopf") wird mit 36 Karten gespielt, und das Ziel ist ungewöhnlich: Es gewinnt niemand, sondern derjenige verliert, der als Letzter noch Karten auf der Hand hat. Angegriffen wird mit Karten, verteidigt wird mit höheren Karten derselben Farbe oder mit Trumpf. Wer nicht abwehren kann, muss alle Karten vom Tisch aufnehmen.

Vorbereitung und Kartenwerte

Gespielt wird mit einem Blatt aus 36 Karten: Sechs, Sieben, Acht, Neun, Zehn, Bube, Dame, König und Ass in vier Farben. Aus einem 52er-Blatt entfernst du einfach die Zweier bis Fünfer. Jeder Spieler erhält sechs Karten. Die oberste Karte des restlichen Stapels wird aufgedeckt und quer unter den Stapel gelegt: Ihre Farbe ist für die ganze Runde Trumpf, und sie wird als letzte Karte gezogen. Die Rangfolge ist die übliche, das Ass ist die höchste Karte; jede Trumpfkarte schlägt jede Nicht-Trumpfkarte. Wer den niedrigsten Trumpf auf der Hand hat, beginnt als erster Angreifer.

Angriff und Abwehr: der Kern des Spiels

Der Angreifer legt eine Karte offen vor den Spieler zu seiner Linken, den Verteidiger. Der Verteidiger muss diese Karte schlagen: mit einer höheren Karte derselben Farbe oder mit einem beliebigen Trumpf (ein Trumpf wird nur von einem höheren Trumpf geschlagen). Die schlagende Karte legt er schräg auf die Angriffskarte.

  • Nachlegen

    Solange der Angriff läuft, darf der Angreifer weitere Karten nachlegen — aber nur Karten mit einem Rang, der bereits auf dem Tisch liegt (Angriffs- oder Abwehrkarten). Bei mehr als zwei Spielern dürfen auch die anderen Mitspieler nachlegen, der Angreifer hat Vorrang.

  • Obergrenze

    In einem Angriff dürfen höchstens sechs Karten gelegt werden, und nie mehr, als der Verteidiger Karten auf der Hand hat.

  • Erfolgreiche Abwehr

    Hat der Verteidiger alle Angriffskarten geschlagen und will niemand mehr nachlegen, wandern alle Karten des Angriffs auf den Ablagestapel. Der Verteidiger wird zum nächsten Angreifer.

  • Aufnehmen

    Kann oder will der Verteidiger nicht schlagen, nimmt er alle Karten vom Tisch auf die Hand. Er verliert außerdem das Angriffsrecht: Der nächste Spieler links von ihm greift an.

Karten nachziehen und Spielende

Nach jedem Angriff füllen alle Spieler ihre Hand wieder auf sechs Karten auf, beginnend beim Angreifer, dann die weiteren Angreifer, zuletzt der Verteidiger. Ist der Stapel leer, wird nicht mehr nachgezogen. Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus dem Spiel aus — er hat es geschafft. Der Spieler, der als Letzter noch Karten hält, ist der Durak und verliert die Runde. In der nächsten Runde teilt der Durak aus, und der Spieler links von ihm beginnt.

Varianten: Podkidnoy und Perevodnoy

Die oben beschriebene Form heißt Podkidnoy Durak („Zuwerf-Durak") und ist die Standardvariante. Beim Perevodnoy Durak („Übergabe-Durak") darf der Verteidiger einen Angriff weitergeben: Legt er eine Karte mit demselben Rang wie die Angriffskarte dazu, wandert der gesamte Angriff zum nächsten Spieler, der nun verteidigen muss. Das funktioniert nur, solange der Verteidiger noch keine Karte geschlagen hat. Weitere verbreitete Hausregeln: Mit dem kleinsten Trumpf beginnen, Teamspiel zu viert (Partner sitzen gegenüber und legen nicht gegeneinander nach) oder das Spiel mit 52 Karten und acht Handkarten für größere Runden.

Taktik: so bleibst du nicht der Durak

  • Trümpfe sparen

    Frühe Angriffe mit niedrigen Karten abwehren, Trümpfe für das Ende aufheben — dort entscheiden sie, wer sitzen bleibt.

  • Paare angreifen

    Greife mit Karten an, von denen du mehrere gleiche Ränge hältst, dann kannst du nachlegen und den Verteidiger überfordern.

  • Stapel im Blick

    Wenn der Stapel fast leer ist, zählt jede aufgenommene Karte doppelt. Lieber früher eine Karte aufnehmen als spät einen Sechser-Angriff.

  • Merken, was geschlagen wurde

    Gespielte Trümpfe zählen — wer weiß, dass das Trumpf-Ass weg ist, verteidigt mit dem König ruhig.

Häufige Fehler und Sonderfälle

Der häufigste Streitpunkt betrifft das Nachlegen: Nachgelegt werden darf nur ein Rang, der bereits auf dem Tisch liegt — und zwar sowohl Angriffs- als auch Abwehrkarten. Schlägt der Verteidiger eine Sieben mit einem Trumpf-Buben, dürfen anschließend auch Buben nachgelegt werden. Ein zweiter Klassiker ist der erste Angriff: Nach der Standardregel dürfen beim ersten Angriff einer Runde höchstens fünf Karten gelegt werden, damit ein Verteidiger mit sechs Karten nicht sofort alles aufnehmen muss; viele Runden ignorieren das und spielen von Anfang an mit sechs. Umstritten ist auch, ob ein Verteidiger, der aufnimmt, die noch nicht gelegten Karten der Angreifer ebenfalls bekommt — üblich ist, dass die Angreifer bis zur Obergrenze noch „zuwerfen" dürfen, bevor er aufnimmt. Wer als Letzter zwei Spieler ohne Karten sieht, während er selbst noch welche hält, sollte die Runde nicht abbrechen: Erst wenn nur noch einer Karten hat, ist der Durak bestimmt, und solange der Stapel Karten hat, ist auch ein volles Blatt kein Untergang.

Als Spielende gibt es eine Sonderregel: Gelingt es dem letzten Verteidiger, den finalen Angriff vollständig abzuwehren, und hat danach niemand mehr Karten, endet die Runde unentschieden — es gibt keinen Durak. Zu viert im Teamspiel verliert das Team, dessen Spieler als Letzter Karten hält; Partner dürfen sich nicht über ihr Blatt austauschen.

Nur zum Lernen. Durak ist ein Gesellschaftsspiel ohne Einsatz. Wer um Geld spielt, spielt Glücksspiel — Hilfe bei problematischem Spielverhalten unter check-dein-spiel.de.

HÄUFIGE FRAGEN

Wie viele Karten braucht man zum Spielen von Durak?

Man benötigt ein Kartenblatt mit 36 Karten (Sechs bis Ass in vier Farben). Aus einem standard 52er-Blatt entfernt man einfach die Zweier bis Fünfer.

Wer gewinnt bei Durak?

Bei Durak gibt es keinen Gewinner im klassischen Sinne. Der Spieler, der als Letzter noch Karten auf der Hand hält, verliert und ist der sogenannte Durak (Dummkopf).

Wie kann der Verteidiger eine Angriffskarte schlagen?

Der Verteidiger muss die Angriffskarte entweder mit einer höheren Karte derselben Farbe oder mit einem beliebigen Trumpf schlagen. Ein Trumpf wird nur von einem höheren Trumpf geschlagen.

Was passiert, wenn der Verteidiger nicht schlagen kann?

Kann oder will der Verteidiger nicht schlagen, nimmt er alle Karten vom Tisch auf die Hand und verliert sein Angriffsrecht. Der nächste Spieler übernimmt den Angriff.

Was ist der Unterschied zwischen Podkidnoy und Perevodnoy Durak?

Bei Podkidnoy Durak verteidigt man normal. Bei Perevodnoy Durak darf der Verteidiger einen Angriff weitergeben, indem er eine Karte mit demselben Rang wie die Angriffskarte anlegt, woraufhin der nächste Spieler verteidigen muss.
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