Ein Quartettspiel besteht aus Vierergruppen zusammengehöriger Karten — meist 32 Karten in acht Quartetten. Beim klassischen Quartett fragst du Mitspieler nach Karten, um Vierergruppen zu vervollständigen; wer die meisten Quartette hat, gewinnt. Beim Supertrumpf (Autoquartett, Top Trumps) vergleichen die Spieler Werte wie PS oder Höchstgeschwindigkeit, und der höhere Wert gewinnt den Stich.
Klassisches Quartett: Vierergruppen sammeln
Alle Karten werden gemischt und vollständig verteilt; bei ungleicher Verteilung haben einige Spieler eine Karte mehr. Jedes Quartett ist auf den Karten erkennbar — durch Buchstaben, Nummern oder ein Thema, und alle vier Karten der Gruppe sind auf jeder Karte aufgeführt, sodass jeder weiß, welche Karten er noch braucht.
- Fragen
Der Spieler am Zug fragt einen beliebigen Mitspieler nach einer bestimmten Karte, zum Beispiel „Hast du die B3?". Er darf nur nach Karten aus Quartetten fragen, von denen er selbst mindestens eine Karte hält.
- Treffer
Hat der Gefragte die Karte, muss er sie herausgeben, und der Fragende darf weiterfragen — denselben oder einen anderen Spieler.
- Niete
Hat der Gefragte die Karte nicht, ist er selbst als Nächster am Zug.
- Quartett ablegen
Sobald ein Spieler alle vier Karten einer Gruppe hat, legt er das Quartett offen vor sich ab.
Das Spiel endet, wenn alle Quartette abgelegt sind. Wer die meisten Quartette gesammelt hat, gewinnt. Wer keine Karten mehr hat, scheidet aus und kann nicht mehr gefragt werden.
Supertrumpf: Werte vergleichen
Bei Autoquartett, Top Trumps und ähnlichen Reihen hat jede Karte mehrere Kennzahlen, etwa PS, Hubraum, Gewicht oder Höchstgeschwindigkeit. Die Karten werden verteilt und verdeckt als Stapel gehalten; jeder sieht nur seine oberste Karte. Der Spieler am Zug wählt eine Kategorie und nennt seinen Wert. Alle anderen nennen den Wert ihrer obersten Karte in derselben Kategorie. Der höchste Wert gewinnt — bei manchen Kategorien wie Gewicht oder Preis gilt der niedrigste, das ist auf der Karte markiert. Der Sieger nimmt alle verglichenen Karten unter seinen Stapel und wählt die nächste Kategorie. Bei Gleichstand bleiben die Karten in der Mitte und gehen an den Gewinner des nächsten Vergleichs. Wer alle Karten hat, gewinnt; alternativ endet das Spiel nach einer festen Zeit, und der größte Stapel siegt.
| Klassisches Quartett | Supertrumpf | |
|---|---|---|
| Ziel | Vierergruppen vollständig sammeln | Alle Karten gewinnen |
| Mechanik | Nach Karten fragen | Werte vergleichen |
| Glück / Können | Gedächtnis und Fragetaktik | Kartenkenntnis und Kategoriewahl |
| Ideal für | 3–5 Spieler | 2–4 Spieler |
Taktik für beide Spielweisen
- Zuhören
Beim klassischen Quartett verrät jede Frage, welche Karten ein Spieler hält. Wer sich merkt, wer wonach gefragt hat, findet die fehlenden Karten schneller.
- Kategorien kennen
Beim Supertrumpf lohnt es, die Spitzenwerte der Reihe zu kennen — 300 km/h sind bei Sportwagen normal, bei Traktoren unschlagbar.
- Fast fertige Quartette zuerst
Frage gezielt nach der letzten fehlenden Karte statt breit zu streuen — jeder Treffer verlängert deinen Zug.
Herkunft und Sammelkultur
Quartettspiele gibt es seit dem 19. Jahrhundert; die frühen Ausgaben zeigten Dichter, Städte oder Blumen und dienten als Lernspiel. Die Vergleichsvariante kam in den 1950er-Jahren mit dem Autoquartett von Schmidt auf und wurde durch Top Trumps in Großbritannien weltweit bekannt. Heute erscheinen jährlich Dutzende neue Reihen — Dinosaurier, Traktoren, Fußballstars, Superhelden — und alte Autoquartette aus den 1960er- bis 1980er-Jahren sind Sammlerstücke.
Hausregeln, die sich bewährt haben
- Offene Quartette
Abgelegte Quartette bleiben offen liegen, damit alle sehen, welche Gruppen noch im Spiel sind.
- Fragepflicht
Wer am Zug ist, muss fragen; passen ist nicht erlaubt.
- Zeitlimit beim Supertrumpf
Nach 15 Minuten wird gezählt — sonst zieht sich das Spiel mit zwei starken Stapeln endlos hin.
- Kategorie-Sperre
Dieselbe Kategorie darf nicht zweimal hintereinander gewählt werden; das verhindert, dass ein Spieler mit einer Spitzenkarte alles abräumt.



